Brückenheiligen zeitgemäß interpretiert

Neue Johanis-Nepomuk-Säule ziert über die Schutter in Meilenhofen

Aller guter Dinge sein drei, und so konnte Meilenhofen nicht doppelt, sondern dreifach feiern. Am Ortsrand, direkt neben der leise vor sich hin plätschernden Schutter, waren im Schatten der Uferbepflanzug die Dorbewohner zusammengekommen, um gemeinsam Gottesdienst zu feier, um die Segnung der neu errichteten Johannis-Nepomuk-Säule zu erlebe, um das 30-jährige Bestehen des Heimatvereins zu begehen und um das neue Brücklen in Betrieb zu nehmen.

Ortspfarrer Zdzislaw Szmeichel zelebrierte im Freien, im Anschluß an den Gottesdienst nahm er die Segnung des Johannes-Nepomuk-Säule vor.

Die neu errichtete Stele aus Jurakalkstein soll an den Brückenheiligen erinnern, dessen Statue schon in alten Flurkarten nur einen Steinwurf vom heutigen Standplatz verzeichnet war.

Kreisheimatpfleger Wunibald Iser ging in seiner Rede auf den lokalen Bezug des Heiligen Nepomuk ein. Er erinnerte an eine Begebenheit vor 30 Jahren, als ihm der damalige Geistliche Lorenz Schmidt eine alte Holzfigur des Nepomuk zeigte.

Die Statue sei auf einem Dachboden wieder aufgetaucht, so Iser. Nach einer umfangreichen renovierung fand die Figur ihren Platz in der Pfarrkirche St Michael in Meilenhofen.

Die neue Nepomuk-Säule gab der „Verein für Heimatplege im Schuttergäu“ beim Eichstätter Bildhauer und Steinmetz Rupert Fieger in Auftrag. Fieger bedankte sich für den ehrenvollen Auftrag“ und stellte sein Werk Öffentlich persönlich vor.

Die aus drei Blöcken geschaffene Stele zeit den 1393 in der Moldau ertränkten Nepomuk, der in der Folgezeit zum Heiligen der Brücken avacierte. Fieger wollte „eine zeitgemäße Interpretation „ liefern, und so habe er „auf einige Symbole verzichtet, die heutzutage schwer zu verstehen“ seien. Was er jedoch in der hellen Steinfigur umsetzte, schien nachvollziehbar und greifbar das Wesen des Prager Generalvikars zu verkörpern. Mit dem Blick auf das Kreuz des Erlösers in seiner Hand blickt die Figur demutsvoll auf den Schöpfer. Auf dem Sockel der Stele sind Wellenlinien angedeutet, die den Bezug zum Wasser bieten, und ein seitlich angeordneter weiterer Stein nimmt die Fließbewegung eines Flusses vorweg.